Dienstag, 29. September 2009

Hacer la vida de la cucaracha loca...

Nun bin ich drei Wochen hier. Und langsam wird offensichtlich, dass die Uhren in Spanien so ganz anders ticken als in good-old Germany, welches Jorge immer als Nordeuropa bezeichnet, weil es nördlich von Spanien liegt. :D Wie also ticken die Uhren? Ein typischer spanischer Tagesablauf (falls es sowas überhaupt gibt) sieht so aus: Aufstehen um NEUN (wenn es sein muss), dann entweder kein Frühstück oder irgendein liebloses Teigteil zu sich nehmen. Pues um ZEHN auf die Arbeit oder an die Uni und dort etwa vier Stunden mit irgendeiner Arbeit verbringen. Um ZWEI beginnt dann aber die Siesta, in der sich alle nach Hause begeben und in der auch alle Geschäfte bis auf weiteres schließen. Nach einem köstlichen, in Fett gebadeten Mahl (man macht hier einfach alles mit einer halben Flasche Olivenöl in der Pfanne - Frittieren heißt das Zauberwort!), welches sich über mehrere Stunden zieht, ist es Zeit für ein Nickerchen, nach dem man dann ausgeruht um FÜNF wieder auf der Arbeit erscheint - auch die Geschäfte öffnen jetzt wieder. Dort verbringt man dann noch mit einem seligen Grinsen seine wie auch immer geartete Beschäftigung bis etwa ACHT Uhr. Gut, wenn man am Abend vorher mit den "Alemanas" ein Bier trinken war, fällt das Grinsen weniger zufrieden aus, da man nur zwei Stunden geschlafen hat und aus einem unzählige Biere wurden... Entonces FEIERABEND! Der Otto-Normal-Spanier kehrt nun nach Hause zurück, wo er erstmal wieder einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgeht, nämlich "descansarse" (erstmal eine Runde ausruhen). Wo für den müden Deutschen nun der Tag endet, geht es erst richtig los, denn wie wir wissen: LA VIDA ES UNA FIESTA. Deshalb verabredet man sich so um ZEHN oder noch besser um ELF noch auf ein "cerveza rápida" (ein schnelles Bier) in einer der cervezerías..vielleicht noch kombiniert mit einem Mitternachtssnack. Bueno...jeje...no pasa nada, ehe man sich es versieht, kann es dann schonmal EINS sein. Je nach Gusto und Wochentag vertreibt man sich nun noch die Zeit mit weiteren Bieren und Freunden und am Wochenende dann u.U. noch in einem Club seiner Wahl (allerdings nicht vor EINS oder ZWEI).

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir dieser Lebenswandel sehr entgegen kommt, die ruhige Art der Spanier entspricht doch más o menos sehr meiner Mentalität. Man denke hier etwa auch an Verabredungen, in denen man zwar eine Uhrzeit festlegt, die aber eigentlich allerhöchstens von den pünktlichen Deutschen eingehalten wird..naja, zumindest am Anfang. ;) Wenn man Glück hat, treffen zur Zeit des Treffens immerhin einige SMS oder Anrufe ein, in denen es dann heißt "Komme zehn Minuten später." oder "Schaffe es nicht rechtzeitig." Wenn nicht, lässt man sich einfach noch Zeit und taucht selbst erst eine halbe Stunde später auf. La hora espanola!
Ebenso vague sind Ortsangaben oder überhaupt Angaben zu Plänen, soweit vorhanden. Man macht irgendwas irgendwann mit irgendwem wegen irgendwas. Tranquilo! No pasa nada. Getrau nach dem Motto: Wird schon werden!

Man ahnt natürlich, dass das alles ein wenig fatal ist, wenn man aus diversen Gründen doch einen Zeitplan hat, den man einhalten muss (más o menos). FATAL!! Demnach versuche ich gerade das Kunststück zu vollbringen, ein spanisches Leben zu führen UND die arbeitsame Deutsche rauszukehren. Aller Anfang ist bekanntlich schwer, aber meine Bücher erfreuen sich gerade tatsächlich meiner geteilten Aufmerksamkeit und ich bin optimistisch, dass alles gut werden wird.

TRANQUILA! NO PASA NADA! ;)

P.S.: Da mein Arbeitsprozess zum einen nicht in Bilder zu fassen ist und auch nur einen geringen Unterhaltungswert hat, anbei mal wieder Fotos von sozialer Netzwerkbildung.




















Sonntag, 20. September 2009

Die spanische Grippe

Guten Tag, Welt!

Nun bin ich anderthalb Wochen in Spanien und eine beliebte Zielscheibe spanischer Viren und Infekte. Herzlichen Glückwunsch, der Husten des Todes und eine üble Erkältung haben mich befallen und mich dazu gezwungen einige Tage offensichtlich leidend in meiner WG herumzuliegen. Und wieder einmal stellt sich heraus, dass mein Mitbewohner ein Glückgriff ist, er kaufte mir was in der Apotheke, kochte Essen und benahm sich wie eine fürsorgliche Mutter.
Mittlerweile geht es schon wieder bergauf mit mir und ich hoffe, dass ich es morgen in die Stadt schaffe, da ich dringend eine Herbstjacke brauche...Ja,man glaubt es kaum, aber es ist schon Herbst geworden in Spanien. Dem Klimawandel sei dank! :(

Auch ins Archiv werde ich freilich fahren, nun wird es langsam Zeit. Man darf gespannt sein, was mich dort erwartet... hoffentlich ein Berg von vielversprechenden Quellen, der das Unmögliche möglich macht: Nämlich eine Verlängerung meines Aufenthalts hier.

Mittwoch, 16. September 2009

Madrid me mata...

Vor einem halben Tag bin ich wieder más o menos wohlbehalten in Valladolid angekommen und sehr erfreut über diesen Umstand. Madrid, wo ich die letzten zwei Tage mit Marion verbrachte, war doch meiner Gesundheit noch weiter abträglich und das Hostel bis auf die schöne Lounge recht versifft und die Klimaanlage hat mir den Rest gegeben...

Deshalb auch nur in aller Kürze ein Eindruck: Madrid ist auf jeden Fall einen Besuch wert, nicht zuletzt, weil sich Goya, Dalí und Picasso dort in einigen Museen die Hand geben...
Marion und ich liefen mal wieder von früh bis spät durch die Gegend und hatten dabei einigen Spaß - insbesondere in einem Restaurant in dem man uns auf den Mauerfall ansprach und uns fragte, ob wir uns jetzt nicht freier fühlten. Die verrückten Spanier mal wieder. Eigentlich wollte sich der Kellner aber nur bei uns einschleimen, da er uns eine Stunde lang auf unsere Frage nach der Rechnung hin immer mit einem "Tranquila!" (Ruhe bewahren!) abspeiste. Tse. Die gestrige Nacht verbrachte ich dann noch alleine in Madrid, da Marion leider wieder nach Deutschland zurückkehren musste und ich nachmittags und abends noch ein wenig herumlaufen wollte. Das führte jedoch im Nachhinein betrachtet eigentlich nur noch zur weiteren Anhäufung mysteriöser Krankheiten und Erschöpfung meinerseits.
Um so mehr freute ich mich, dass Jorge mich vom Busbahnhof abholte und mir irgendeine fettige spanische Spezialität mit Gurken, Auberginen und Gurken kochte. :D Alles in allem ein lustiger Nachmittag, der allerdings wiederum dazu führte, dass ich wieder nicht dazu kam mich mal hinzulegen. Und das, obwohl mein Horoskop in der spanischen INTOUCH mir nahe legte, doch bitte mehr zu schlafen. Herrje. Statt dessen skypte ich am frühen Abend noch mit Dirtlein Do, aktualisierte das FACEBOOK-Fotoalbum und palaverte mit Jorge und einem Architekten-Freund von ihm und brachte ihnen meine Lernzettel mit spanischen Begriffen und ihren deutschen Äquivalenten nahe, die ich überall in der Wohnung verteilt habe... dort steht also z.B. "LLevas la basura? - Bringst du den Müll raus?", "Fregadora - Spülbecken" oder "Has natada/o la cucaracha? - Hast du die Kakerlake gekillt?". (Eben alles, was man so in einer spanischen WG braucht,har.)

Wie es aussieht damit nicht genug, denn dies ist die Willkommenswoche für ERASMUS-Leute und heute und morgen sind einige Fiestas am Start. Wir wollen vorher mit einigen chicas kochen und dann mal vorbeischauen. Zeit für ne Koffeintablette.


















Samstag, 12. September 2009

Bienvenida a mi casa...

So FreundInnen des Sonnenscheins, wie versprochen gibt es nun Bilder von meiner entzückenden Bleibe. Sie hat alles, was man so haben will und ist in einem für spanische Verhältnisse pasablen Zustand Vor zwei Wochen ist angeblich mal eine Kakerlake aufgetaucht, aber Jorge versichert, dass sie von draußen kam und hat sich gleich ein Hammer-Insektenspray zugelegt,jaja.
Besondere Vorzüge der Wohnung sind der Balkon,der direkt auf den Plaza San Juan hinausgeht und von dem aus man sich mit den umliegenden Nachbarn wie z.B. dem alten spanischen Poeten unterhalten kann. Gleiches kann man auch vom Dach auf der Rückseite machen, wo wir die Wäsche trocknen. Desweiteren ist noch zu erwähnen, dass ich eigentlich zwei Räume besitze, wie es mir gebührt,chr. Der eine ist noch etwas vermüllt, aber das kann man noch ändern, wenn Marion erst mal weg ist und so weiter...


Der Flur und Vorratsschrank



Der Eintritt in mein Reich



Mein Schlafzimmer I



Mein Schlafzimmer II



Die verrückte Durchgangstür in mein "Arbeitszimmer", die gleichzeitig ein Fenster ist...



Unser Wäsche auf dem Dach



Mein vermülltes Arbeitszimmer I



Mein vermülltes Durchgangszimmer II



Das wunderschöne Poster neben dem Bad



Die Küche



Das Wohnzimmer mit luxuriösem Balkon, von dem aus man zum Volk sprechen kann,jeje

Freitag, 11. September 2009

Los espanoles locos

Wie man sieht, ist die Zeit schon etwas fortgeschritten und es ist ein Wunder, dass ich überhaupt dazu komme, mal wieder einen Eintrag zu machen. Dass er nach Mitternacht erfolgt, sagt vermutlich schon einiges über den spanischen Lebensthytmus aus,no? Immerhin wohne ich seit heute in meiner neuen WG mti Jorge und habe meine Sachen eingeräumt, irgendwie mag ich die Wohnung sehr gerne und meinen Mitbewohner auch, durchgeknallt me gusta. ;P (Fotos folgen morgen oder die Tage! A ver..)

Die verrückten Spanier... Sie lassen ihre Koffer an den Flughäfen gegen Geld in Folie einschweißen, damit diese nicht während des Fluges auseinanderplatzen. Sie benutzen Honig als Geschmacksverstärker für Kaffee oder werfen Eiswürfel in ihren Kaffee, ebenso wie in großer Menge in alle anderen Getränke. Desweiteren schütten sie auch einfach mal einen Eimer (Schmutz-)Wasser vom Balkon auf den Gehweg (so auch heute, als mich einiges davon traf und ich wutentbrannt "qué es?" in den Himmel fragte). Auch die ältere Generation treibt sich noch bis tief in die Nacht auf der Ferías, bei Tanz, Wein, Bier und Gesang herum und hat dabei ihren Spaß. Horden von minderjährigen SpanierInnen stürmen vor Torschluss den Supermarkt und suchen sich unendlich große Mengen an Alkohol und fragen dann Leute an der Kasse, ob sie es für sie kaufen. Die gleichen Horden laufen alle in verschiedenfarbigen Einheitskluften herum, die sie dazu berechtigen in einer Bar ihrer Wahl Flatratebesäufnisse abzuhalten, egal wie minderjährig sie sind. Spanier essen gerne und die meiste Zeit fettig zu ungewöhnlichen Zeiten und frittieren alles, was ihnen in die Hände fällt.

Alles das und noch viel mehr läuft nach dem Motto: Muy tranquillo! :) Me gustan mucho los gentes espanoles,jeje. Diese Lebensfreude und Leichtigkeit ist eine wahre Freude und es bleibt immer noch ein Rätsel wie das Land überhaupt funktioniert, während alle sehr oft irgendeine Fiesta feiern...Semana Santa, Ano Nuevo, las Ferías und hunderttausend Fiestas de Santas. Fsszinierend!

Apropos Fiestas, gestern haben wir ein wenig auf den Putz gehauen. Die üblichen Verdächtigen alias eine interessante Mischunga aus Spaniern, Deutschen, Italienern, einer Japanerin und x zogen durch verschiedenste Bars, die ich nie im Leben jemals alleine wiederfinden würde, und endeten BAILANDO auf dem Tanzboden. Immerhin kamen außer spanischem Kram auch Michael Jackson und die Backstreet Boys. Que bueno!
Es gibt hier so unendlich viele Bars und es sind recht viele Menschen auf den Straßen, eine tolle Sache! Bin ein wenig orientierungslos, was die Topographie betrifft, aber vielleicht wird sich das noch bessern... A ver!



Wiedereinmal ein Bummel über die Ferías...



...und spanische Musiker ebenda.



Marion, Klaudia und Sara auf einem der zahlreichen Plazas



Eine explosive internationale Mischung



Las chicas alemanes


Mittlerweile 15 Jahre heller Wahnsinn: La Boracha y la Loca

Donnerstag, 10. September 2009

Vale,vale.

Hola hola,

que hay? Nun habe ich mal einige Minuten um etwas
ausführlicher von meinen Erlebnissen in Espana zu berichten:
Wie man ja schon meinem ersten kurzen Eintrag entnehmen
konnte, gefällt es mir hier außerordentlich gut. Sonne,
Fiesta, verrückte Spanier, eine malerische Stadt und das
reinste Spanisch - was will man auch mehr?

Ein Zimmer in einer WG mit Einheimischen zum Beispiel,no?
Auch das hab eich mit dem heutigen Tag gefunden und zwar
auf mannifaltigen Umwegen. Sara, mit der Mari und ich uns
am Madrider Flughafen trafen, machte wie ich damals in
Frankreich Couchsurfing und tat dort auch kund, dass sie
eine Bleibe sucht. Daraufhin meldete sich eine Italienerin
(EX-Erasmus) bei ihr und vermittelte ihr ein Zimmer in einer
WG mit einer Spanierin. Die Italienerin, Valentina, wiederum
ist mit einem Spanier befreundet, der sich Jorge nennt, und der
auch eine MItbewohnerin sucht. Pues entonces soy yo!! :)

Jorge ist 27 und studiert Architektur, weshalb wir nun auch
jedes Gebäude der Stadt kennen. Er ist offen gesagt ein bisschen
durchgeknallt und ich habe soweit ich mich erinnere noch
nie jemanden getroffen, der so viel redet. In meiner jetzigen
Situation, in der ich mich nicht dazu in der Lage fühle,
große spanische Reden zu schwingen, ist er ein Glücksfall,
um so besser, dass man ihn sehr gut versteht.

Die Wohnung ist Altbau, hat Heizung und Internet und es sind zwei kleine Zimmer, die ich miete... dazu gibts noch alle übliche, also Wohnzimmer mit kleinem Balkon der auf
einen Plaza hinausgeht und Küche mit allem drum und dran und Bad etc. Die Miete ist im Verhältnis zu anderen Wgs eher im oberen Drittel angesiedelt (weil über 200 Euro),
aber ich glaube eine 2er-WG ist ideal um sprachlich voranzukommen und vor allem um auch mal eine ruhige Minute für meine Magisterarbeit zu haben.. ;) (Ich frage mich immer noch wie ich das zeitlich schaffen soll,mal sehen, was die Quellen im Archiv sagen. Insgeheim hoffe ich,dass ich meine Magisterarbeit nach den Ferien abgeben kann
und dann die Stelle Anfang Februar antreten kann. Das wäre so super!)

Einziehen in das Schmuckstück werde ich hoffentlich schon morgen,dann müssen wir nämlich auch aus dem Hotel auschecken. Werden uns heut abend nochmal mit Jorge und den anderen treffen. Die anderen? Waren gestern mit Valentina, Jorge und einer Horde anderer Spanier oder Italiener auf der Fería und stopften uns mit Tapas und Vino voll. Eine Wohltat, wenn man bedenkt,dass wir den ganzen Tag nichts vernünftiges zu essen gefunden hatten..Ach,was heißt schon vernünftig,wenn hier alles frittiert ist. ;p

Es gibt mal wieder so viel zu erzählen, viele Eindrücke, Erlebnisse, mein Kopf quillt über. Es mag deshalb auch alles etwas wirr wirken..no? Muss nun wiederaufhören, da wir uns mit Sara und einer Freundin von ihr treffen um die Ereignisse des Tages zu bequatschen.

Bis bald!


Ein Park, der wie ich heißt!


Die innere Verkleidung spanischer Häuser, in diesem Fall des Unihauptgebäudes.


Marion und mein baldiger Mitbewohner Jorge, el loco


Mari und ich in unserem Hostal, dem Wahnsinn sehr nahe


Das ehrwürdige Rathaus auf dem Plaza Mayor

Dienstag, 8. September 2009

Back in the picture...










Telegramm am Abend. (Seit vier Uhr unter den Wachenden
und livin la vida loca)
Gut angekommen.Stop.Lange, anstrengende Reise. Stop. Viel
Spaß mit meinen Mitreisenden Mari und Sara. Supergroßartige
Stadt aka Valladolid.Stop. Eine Woche Ferias mit Tapas, Wein
und Gesang.... :D Jetzt kann ich ja zugeben,dass ihr recht hattet
und ich für immer hierbleibe... :p