Nun bin ich drei Wochen hier. Und langsam wird offensichtlich, dass die Uhren in Spanien so ganz anders ticken als in good-old Germany, welches Jorge immer als Nordeuropa bezeichnet, weil es nördlich von Spanien liegt. :D Wie also ticken die Uhren? Ein typischer spanischer Tagesablauf (falls es sowas überhaupt gibt) sieht so aus: Aufstehen um NEUN (wenn es sein muss), dann entweder kein Frühstück oder irgendein liebloses Teigteil zu sich nehmen. Pues um ZEHN auf die Arbeit oder an die Uni und dort etwa vier Stunden mit irgendeiner Arbeit verbringen. Um ZWEI beginnt dann aber die Siesta, in der sich alle nach Hause begeben und in der auch alle Geschäfte bis auf weiteres schließen. Nach einem köstlichen, in Fett gebadeten Mahl (man macht hier einfach alles mit einer halben Flasche Olivenöl in der Pfanne - Frittieren heißt das Zauberwort!), welches sich über mehrere Stunden zieht, ist es Zeit für ein Nickerchen, nach dem man dann ausgeruht um FÜNF wieder auf der Arbeit erscheint - auch die Geschäfte öffnen jetzt wieder. Dort verbringt man dann noch mit einem seligen Grinsen seine wie auch immer geartete Beschäftigung bis etwa ACHT Uhr. Gut, wenn man am Abend vorher mit den "Alemanas" ein Bier trinken war, fällt das Grinsen weniger zufrieden aus, da man nur zwei Stunden geschlafen hat und aus einem unzählige Biere wurden... Entonces FEIERABEND! Der Otto-Normal-Spanier kehrt nun nach Hause zurück, wo er erstmal wieder einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgeht, nämlich "descansarse" (erstmal eine Runde ausruhen). Wo für den müden Deutschen nun der Tag endet, geht es erst richtig los, denn wie wir wissen: LA VIDA ES UNA FIESTA. Deshalb verabredet man sich so um ZEHN oder noch besser um ELF noch auf ein "cerveza rápida" (ein schnelles Bier) in einer der cervezerías..vielleicht noch kombiniert mit einem Mitternachtssnack. Bueno...jeje...no pasa nada, ehe man sich es versieht, kann es dann schonmal EINS sein. Je nach Gusto und Wochentag vertreibt man sich nun noch die Zeit mit weiteren Bieren und Freunden und am Wochenende dann u.U. noch in einem Club seiner Wahl (allerdings nicht vor EINS oder ZWEI).
Ich muss ehrlich gestehen, dass mir dieser Lebenswandel sehr entgegen kommt, die ruhige Art der Spanier entspricht doch más o menos sehr meiner Mentalität. Man denke hier etwa auch an Verabredungen, in denen man zwar eine Uhrzeit festlegt, die aber eigentlich allerhöchstens von den pünktlichen Deutschen eingehalten wird..naja, zumindest am Anfang. ;) Wenn man Glück hat, treffen zur Zeit des Treffens immerhin einige SMS oder Anrufe ein, in denen es dann heißt "Komme zehn Minuten später." oder "Schaffe es nicht rechtzeitig." Wenn nicht, lässt man sich einfach noch Zeit und taucht selbst erst eine halbe Stunde später auf. La hora espanola!
Ebenso vague sind Ortsangaben oder überhaupt Angaben zu Plänen, soweit vorhanden. Man macht irgendwas irgendwann mit irgendwem wegen irgendwas. Tranquilo! No pasa nada. Getrau nach dem Motto: Wird schon werden!
Man ahnt natürlich, dass das alles ein wenig fatal ist, wenn man aus diversen Gründen doch einen Zeitplan hat, den man einhalten muss (más o menos). FATAL!! Demnach versuche ich gerade das Kunststück zu vollbringen, ein spanisches Leben zu führen UND die arbeitsame Deutsche rauszukehren. Aller Anfang ist bekanntlich schwer, aber meine Bücher erfreuen sich gerade tatsächlich meiner geteilten Aufmerksamkeit und ich bin optimistisch, dass alles gut werden wird.
TRANQUILA! NO PASA NADA! ;)
P.S.: Da mein Arbeitsprozess zum einen nicht in Bilder zu fassen ist und auch nur einen geringen Unterhaltungswert hat, anbei mal wieder Fotos von sozialer Netzwerkbildung.









Sind das etwa Johnny und Elvis auf dem Etikett????????? AAAAAAAAAAAAA!!! Und was soll das mit dem "ist nicht gleich" Zeichen? Natürlich nicht, es gibt nur einen King of Rock und eben einen of Country!! Hihi
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