Mittwoch, 16. Dezember 2009

Feliz Navidad (Freaky Christmas is coming to town.)

Hohoho,Merry Christmas everyone!

Natürlich ist es dafür noch ein wenig zu früh,dennoch ticken die Uhren in Spanien ja bekanntlich wein wenig anders und aus terminlichen Gründen haben wir spontan beschlossen, schon eine kleine Weihnachtsfeier (eine von vielen wohlgemerkt!) am heutigen Abend abzuhalten. Natürlich konnte selbige nur unter einem Motto stehen, nämlich: Freaky Christmas is coming to town! Mit dabei: las Alemanas (Sara,Klaudia und ich), Jorge, Hugo (el Meisterfreak) und Gandalf. (Borja und Irene weilen leider zur Zeit auswärtig, gehören aber eigentlich auch in diese sehr illustre Runde.)

Bereichert wurde der Abend vor allem durch Bier, Glühwein, meine großartige Weihnachtsdeko, 90er Bravo Christmas Dance Hits, eine Menge Stollen, Lebkuchen und Schokolade, Pizza und natürlich das legendäre Schrottwichteln! Für alle, die es nicht kennen,sei es kurz erklärt: Jeder der Anwesenden muss ein möglichst unkenntlich eingepacktes Geschenk mitbringen und zwar so trashig und unbrauchbar wie möglich. Selbiges wird in einer Tüte oder Tasche deponiert, welche am Beginn des Schrottwichtelns auf dem Tisch ausgeschüttet wird. Nun muss man reium würfeln. Jeder der eine sechs würfelt, kann sich nun ein Geschenk aussuchen. Im Idealfall hat dann jeder ein Geschenk, dass nicht seines ist und kann es auspacken und raten von wem es ist. (Das Spiel existiert in vielen Varianten...) Die Bilder dieses Abends sprechen für sich, die trashigen Mitbringsel sorgten für große Unterhaltung und die Verteilung der Geschenke hätte nicht optimaler ausfallen können. :D
Danach gabs Freak gemäß noch einen kultigen Santa Claus Film aus den Fünfzigern auf die Augen und zwar auf Spanisch mit spanischem Untertitel. Ganz großes Kino und Amusement!
Alles in allem also ein durchaus unterhaltsamer Abend! Feliz Navidad!

Weihnachtsdeko Deluxe




Die Trash-Geschenke


Trash-Wichteln














Der Trash-Film

Sonntag, 13. Dezember 2009

Discosadness

Hallo kalte Welt!

Das vorletzte Wochenende hier in Pucela neigt sich dem Ende zu und es war wieder einmal voller Ereignisse, Emotionen, Fiesta und Obskuritäten. Freitag zog ich mit Klaudia durch sämtliche Bars, ohne dass diese zum Bleiben einluden, da der Altersdurchschnitt bei 100 lag und nichts los war. Die einzigen Orte, die unser Herz erfreuten, waren natürlich das Cafetín, meine Lieblingsbar, Olvidadero, wo wir auf Argantael (eine Irin) und Sara trafen und später für die meiste Zeit Café Zero, wo wir zuletzt noch mit Jorge, Hugo, Gandalf, Javier und Joaki, der aus seinem Fuß-Exil zurückgekehrt ist. Alles in allem irgendwie unterhaltsam, aber für mich persönlich auch einer der dramatischeren Abende, doch das ist naturgemäß eine Geschichte, die ich hier nicht weiter ausbreiten will. Nur soviel: So manche innereuropäische kulturelle Differenz scheint mir nahezu unüberbrückbar! Und unrockbar!

Gestern das volle spanische Wochenend-Programm: Um halb zwei Treffen mit der fast kompletten Belegschaft des vorherigen Abends und mehrstündiges Essen und Kaffeetrinken,wobei ich meinen Mageninhalt sehr angestrengt bei mir behalten musst, als die Spanier sich über in Blut eingelegte Zwiebeln und Ohr hermachten...
Abends zog ich dann mit Jorge und Klaudia durchs Nachtleben in unzählige Bars wie Cafetín, Zihutanejo, Pizza-Place (la más rica del mundo!), Máquina de tiempo, Berlanga und finally Asklepios. Zuletzt verstritt ich mich noch mit zwei zunächst ganz netten Spaniern über den spanischen Konservatismus und Mamas Rockzipfel und da ich ohnehin sehr müde war, zogen Jorgito und ich um fünf gen Casa.

Den Abschluss des Wochenendes: ein Fußballspiel, nämlich Málaga vs. Valladolid, eine durch und durch mittelmäßige Partie in einer Eiseskälte sondergleichen. Einen Pluspunkt gibt es dafür, dass uns ein netter alter Spanier zwei Tickets für die Top-Plätze schenkte. <3 Awesome!

Da sich meine Schreibwut heute in Grenzen hält, wars das schon von der Berichterstattung. Die Tage eilen dahin und sind schon sehr verplant: Montag Christmas-Shopping, Mittwoch Tío Molonio und Maderál, Donnerstag eine kleine Weihnachtsfeier mit Glühwein, Schokolade und Schrottwichteln und dann fliegen Klaudia und Sara auch schon nach good-old Germany. Mir bleibt immerhin noch ein weiteres Wochenende, ein Weihnachtsessen und meine eigene Verabschiedung. Mein kaltes Herz schmerzt...

Freitag/Viernes







Samstag/Sábado









Sonntag/Domingo














Dienstag, 8. Dezember 2009

Work out Deluxe

Hallo Welt, die sich vermutlich mehrheitlich gerade friedlich schlafend in ihrem weichen, warmen Bett befindet!

Es ist gleich vier Uhr morgens und ich fühle das Bedürfnis mich meinem Blog zuzuwenden und meine nächtlichen Wachzustände somit mit allen Abwesenden zu teilen. ;)
Zunächst stellt sich natürlich die Frage, wie es soweit kommen konnte, dass ich um diese Uhrzeit noch wach bin. Dafür gibt es prinzipiell unzählige Erklärungen: eine durchtanzte Nacht, Schlaflosigkeit oder ein Arbeitsmarathon. Alles davon habe ich hier schon erlebt, allerdings handelt sich diesmal vor allem um letzteres. Denn ab gestern waren es nur noch zwei Wochen bis zu meiner Rückkehr nach good-old Germany und das hat mich tatsächlich aus meiner Arbeits-Lethargie der letzten Tage gerissen und mir vor allem in den Abendstunden und in der Nacht einen ungeahnten Kreativitätsschub beschert. Das gefällt! Allerdings mal wieder unter extremen Bedingungen: Plötzlich haben wir nämlich weder warmes Wasser, noch eine funktioniernde Heizung. Außerdem hat sich aus ungeklärten Gründen ein Geschirrberg in der Spüle angehäuft und auf dem Wohnzimmertisch türmen sich Nikolausgeschenke, mein obligatorischer Bücherstapel, warme Milch mit Honig, eine Sojaflasche und übrig gebliebenes Sushi homemade by Irene und ein wenig Müll. Mittendrin statt nur dabei mein Mitbewohner Jorgito und ich, einträchtig arbeitend und dem Wahnsinn entsprechend nahe. Der Gute hat nämlich um halb elf ein Treffen mit seinem Tutor wg. seines Abschlussprojektes in Architektur und muss deshalb eine Nachtschicht einlegen. Hätte ich nichts zu tun, würde ich vermutlich allein wegen des Unterhaltungswerts diesem bunten Treiben zuschauen: Jorgito vor seinem Schreibtisch sitzend, konzentriert auf irgendeine Sache starrend oder Modelle bastelnd, dabei allerdings noch vor sich hin murmelnd. Ab und an tönen Worte wie "patiencia" (Geduld), "fuck" und "da igual" (egal) heraus, begleitend von tiefen Atemzügen oder Seufzern. Ein Riesenspektakel also! Immer wieder unterbrochen von Monologen, die irgendwie auch an mich gerichtet sind, in denen er einfach laut vor sich hindenkt oder über mögliche Reaktionen seines Tutors auf das Produkt seiner Arbeit spekuliert.
Entsprechend schwierig ist es für mich gelegentlich die Nerven zu behalten bzw. meiner Arbeit nachzugehen ohne ihn völlig zu ignorieren. Er ist halt ein Gesellschaftsmensch, der Gute. Wenn man so will, die Extremform einer WG, da er immer jemanden braucht, der ihn ermutigt, ihn berät oder mit ihm kommuniziert. Mein Wunsch nach Ruhe und Einsamkeit wächst beizeiten proportional zu diesem Bedürfnis, allerdings stelle ich dann acuh fest, dass ich offensichtlich mehr Geduld besitze, als ich das je für möglich hielt und bin dann ganz zufrieden mit mir selbst. Oder flüchte gelegentlich in mein Zimmer und nehme in Kauf, dass er denkt ich verfiele in Depressionen oder Wutanfälle ihn betreffend. Kulturunterschiede, Kulturunterschied... ;)

Anyway, bin ich gerade in diesem Moment, in dem die Uhr vier schlägt, recht zufrieden mit meinen Fortschritten, aber alle, die jemals an einer längeren wissenschaftlichen Arbeit saßen, wissen, dass das nicht von langer Dauer sein wird oder sein muss. Vor allem wenn die Zeit weiterhin so schnell vergeht.

In diesem Sinne: guten Morgen! Und noch einige Bilder vom Schlossarchiv in Simancas.



Sonntag, 6. Dezember 2009

Nach dem Essen ist vor dem Essen.

Eines ist bis jetzt unerwähnt geblieben: Die spanische Küche und meine Erlebnisse in unserer kleinen Küchenparzelle. Die soll sich mit diesem Einträg ändern.

Man kann eigentlich nur den Kopf schütteln, was für hausfrauliche Züge ich weiterhin in Spanien an den Tag gelegt habe. Die neueste Frucht dieser Bemühungen war heute eine selbst gemacht Paella, Paella de Valladolid. Olé!










Rezept: http://www.chefkoch.de/rezepte/1210561226828962/Paella-Tom-s.html
Ein durchaus unterhaltsames Video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=tvedDQjDwX0

Auch sonst habe ich in meiner Zeit hier mehr oder weniger neue Sachen gekocht, die sich alle als eine gute Idee erwiesen haben: gebratene Nudeln (à la Asia), Champignon-Risotto,Flammkuchen aller Art, Kartoffelsalat,Couscous-Auflauf und Muscheln à la Provence - um nur einige zu nennen (Rezepte gebe ich gerne auf Anfrage heraus,hihi!).

Ansonsten ist die spanische Küche natürlich immer einen Ausflug wert. Tapas aller Art machen Spaß, zumindest solange es sich nicht um abstruse Körperteile von Tieren handelt wie etwa Ohr oder Hoden. Dass die Spanier diesbezüglich keine Schmerzgrenze kennen, war mir spätestens dann klar als meine Begleiter freudestrahlend in Blut eingelegte Zwiebeln bestellten... Wem das ein wenig zu weit geht, der kann auch auf Tintenfisch, Fisch aller Art, Garnelen oder Krabben, Patatas bravas (Kartoffeln mit einer bestimmten Soße), die klassische Tortilla (in mehreren Variationen erhältlich) und natürlich die allseits beliebten Patatas con huevos (Pommes mit Spiegelei) zurückgreifen. Hauptsache viel Fett und unter Umständen fritiert. Dazu eine caña (ein frisch gezapftes Bier, wobei die Biere hier eher Babygroßen haben,was einem als Deutschen zum Verhängnis werden kann, da man in der Zeit, in der Spanier genüsslich ein Bier trinken, etwa drei herunterstürzt) oder einen Wein, vielleicht sogar Tinto de Verano (Wein mit Fanta und Zitrone).

Wer es in nächster Zeit nicht nach Spanien schafft, dem sei gesagt, dass in meinem Umfeld die hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass man von nun an bis in alle Ewigkeit öfter einen Hauch spanischer Küche genießen kann. ;)

Samstag, 5. Dezember 2009

Last impressions on earth

Völlig unerwähnt blieb auch der Besuch von Doertie Diana und was man sonst noch so in Bildern festhalten konnte. Feuer frei!

Unser artistisches Paperboat-Spektakel, auf dem Jorge und ich unsere Top 3 Sorgen auf dem Fluss ins Nirgendwo schickten und ich "Another Traume" von Sophia vor mich hinsummte ("...watchin paperboats float to the sea..")





Valladolid bei Nacht







(Was nützt es eine Stimme zu haben in einer Welt von Tauben? Die einzige Möglichkeit, die Zukunft zu finden, ist wenn wir im Morgen ankommen.)




De Fiesta











Dörtie Diana was herrrrrrrrrreeee...



















(Der Geburtstag meines Mitbewohners)


(Die schönsten Socken ever gibts einfach in Spanien!)


(Unser 2-Euro Xylophon macht Dörties Traum von einem Xylophon spielenden Kanarienvogel fast wahr...)


..und in Madrid.













Und last but not least: Das Festival del Arte/der Geburtstag meines Mitbewohners